Schuhreform, Bewegung, Körperbilder : Umrisse einer Kontroverse des 19. Jahrhunderts

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Naturwissenschaften, Technik und moderne Hygiene haben im 19. Jahrhundert Wirtschaft und Gesellschaft tiefgreifend transformiert. Sie veränderten dabei zugleich den Blick auf die Natur und den menschlichen Körper. Alte feudalaristokratisch geprägte Vorstellungen von idealer Kunstschönheit, die erst durch Apparate hergestellt/vervollkommnet wurde, wichen einem bürgerlich geprägten Verständnis vom Körper. Um als schön gelten zu dürfen, mussten Körper wie Artefakte nicht mehr nur Pracht und Macht verkörpern, sondern zugleich in sich zweckmäßig und funktionstüchtig sein. Am Beispiel einer wenig bekannten Schuhreform lässt sich dieser Entwicklungsprozess anschaulich nachzeichnen, als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die symmetrischen Schuhformen, die 300 Jahre lang als schön gegolten hatten, durch anatomisch angepasste paarige Formen ersetzt wurden. Im vorliegenden Beitrag sollen die Argumente und Strategien im Detail betrachtet werden, die die Schuhreformanhänger unter den Ärzten, Militärs und Schuhmachern in ihren Schriften gegen die als überholt empfundenen, alten Leitvorstellungen vom schönen Schuh , schönen Fuß und schönen Gang in Stellung gebracht haben. Wie sich zeigt, erlauben ihre Argumentationsmuster, diese aktiv betriebene Umschreibung von Schönheit und Körperlichkeit als Ausdruck - und Movens - eines gesamtgesellschaftlichen Wertewandels zu lesen, in dem sich eine aufstrebende bürgerliche Funktionselite in einem Zeitfenster von vierzig Jahren gegen eine alte adelige Elite und ihre Wertemuster positionierte.

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2., ergänzte und korrigierte Fassung siehe http://dx.doi.org/10.22029/jlupub-2017

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Sprache, Literatur, Kommunikation - Geschichte und Gegenwart; 3

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