Thrombophilie und Abortneigung

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Thrombophile Diathesen - angeboren oder erworben - werden als mögliche Risikofaktoren für Aborte beschrieben. In der vorliegenden Studie wurde die kontrovers diskutierte Verbindung zwischen einzelnen thrombophilen Störungen und deren Neigung, Aborte zu verursachen, untersucht. Auf das Vorliegen einer Gerinnungsstörung wurden 139 Patientinnen (MW 28,8 ± 5,7 Jahre) mit einem oder mehreren Aborten (vor der 24. SSW) und 70 gesunde Frauen (MW 28,7 ± 7,2 Jahre) laborchemisch untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass thrombophile Störungen bei Abortpatientinnen mehr prävalent sind, als bei Kontrollen (71,9% vs. 54,3%; p=0,01).Hochsignifikant war vor allem das Vorliegen aktivierter Protein C (aPC)-Resistenz beruhend auf der Faktor-V-Leiden (FVL)-Mutation (25,2% vs. 5,7%; OR 5,5; 95% CI 1,9-16,3; p<0,001). Antithrombin- und Protein-S-Mangel waren trotz geringer Fallzahlen von hochsignifikanter (p<0,01) bzw. signifikanter (p=0,02) Bedeutung. Eine Assoziation des heterozygoten (30,2% vs. 45,7%) oder homozygoten (7,9% vs. 5,7%) Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR)-Polymorphismus (C677T) und kombinierter Defekte (11,5% vs. 5,7%) zu Aborten ließ sich nicht nachweisen. Die Inzidenz des Antiphospolipidsyndroms (12,2%) und dessen Tendenz zu rezidivierenden Aborten war mit Daten früherer Studien, bezogen auf die europäische Bevölkerung, vergleichbar. Aufgrund der geringen Fallzahlen konnten hinsichtlich des Prothrombin-Polymorphismus (G20210A), des Faktor-XII-Mangels und des Plasminogen-Mangels keine statistisch signifikanten Aussagen getroffen werden. Eine bevorzugte Neigung zu Früh- oder Spätaborten wurde für keine der thrombophilen Störungen sicher nachgewiesen. Der Ausschluss eigener oder familiär thromboembolisch vorbelasteter Patientinnen brachte keine Veränderungen des Anteils thrombophiler Störungen im untersuchten Kollektiv mit sich. Aufgrund unserer Studienergebnisse und unter Berücksichtigung vorhandener Literatur zeichnet sich die wichtige Bedeutung der Thrombophilie, insbesondere der FVL-Mutation und des Antiphospholipidsyndroms, im Zusammenhang mit dem Abortleiden ab.

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