Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine kumulierte Dissertationsschrift, die aus vier zum größten Teil bereits veröffentlichten Einzelartikeln sowie einer allgemeinen Einleitung und Zusammenfassung besteht. Im Mittelpunkt des Interesses steht die vergleichende Betrachtung der Herausbildung europäischer Identität bei jungen Erwachsenen aus verschiedenen Ländern und Regionen. Den Ausgangspunkt der Analysen bilden drei Fragestellungen, deren Relevanz sich unter anderem aus der aktuellen Situation des europäischen Integrationsprozesses speist: (1) Welche Faktoren begünstigen auf individueller Ebene die Genese eines europäischen "Wir-Gefühls"? (2) In welchem Verhältnis steht die Identifikation mit Europa zu nationalen Identitäten?(3) Welche Implikationen ergeben sich aus der Verbundenheit mit Europa bzw. der eigenen Nation hinsichtlich der Haltung gegenüber Menschen anderer Herkunft?Die Formulierung der entsprechenden Untersuchungshypothesen orientiert sich im Wesentlichen an den Basisprämissen des sozialkonstruktivistischen Ansatzes sowie der Theorie sozialer Identität. Die empirische Überprüfung erfolgt anhand der qualitativen und quantitativen Daten des internationalen Forschungsprojekts "Youth and European Identity" (2001-2004), in dessen Verlauf ca. 4.000 Personen im Alter von 18 bis 24 Jahren aus insgesamt zehn europäischen Städten befragt wurden. Bezüglich der Identifikation mit Europa verweisen die Befunde der Studie zum einen auf die zentrale Bedeutung bestimmter persönlicher Ressourcen wie Auslandserfahrungen, Fremdsprachenkenntnissen und Mobilitätsaspirationen. Zum anderen lässt sich zeigen, dass nationale und europäische Identität zwar grundsätzlich in einem positiven Verhältnis zueinander stehen, jedoch nur letztere tendenziell mit der Ablehnung fremdenfeindlicher Einstellung einhergeht.
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