Vergleichende Untersuchungen zur humoralen Immunantwort verschiedener Hühnerrassen nach Impfungen gegen Newcastle-Krankheit, Infektiöse Bronchitis, Infektiöse Bursitis und Aviäre Enzephalomyelitis im Rahmen der Rassegeflügelleistungsprüfungen in den Jahren 1993/94 und 1995/96
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Zusammenfassung
In den Jahren 1993/94 und 1995/96 wurden nach einer Unterbrechung von 23 Jahren wieder Rassegeflügelleistungsprüfungen (RLP) im Hessischen Dienstleistungszentrum für Landwirtschaft, Gartenbau und Naturschutz in Neu Ulrichstein durchgeführt. Ziel der wiederbegonnenen Prüfungen war es, objektive Informationen über das heutige Leistungsvermögen alternativer Rassen zu gewinnen. Gleichzeitig wurde die humorale Immunantwort dieser verschiedenen Rassehühner nach Impfungen gegen die Newcastle-Krankheit (NK), Infektiöse Bronchitis (IB), Infektiöse Bursitis (IBD) und Aviäre Enzephalomyelitis (AE) getestet. In zwei Legeleistungsprüfungen wurden die Hühnerrassen Australorps, Bielefelder, New Hampshire, Rhodeländer, Barnevelder, Mechelner, Leghorn und Italiener in den Farbschlägen gold, rebhuhn und Triesdorf einer vergleichenden Prüfung unterzogen. Als Referenzgruppe wurde in beiden Prüfungsdurchgängen die Legehybride Lohmann Brown gewählt. Alle Hühner wurden in Form einer intensiven Bodenhaltung gehalten. Die Tiere wurden mit Lebend-impfstoffen über das Trinkwasser nach folgendem Programm geimpft: während der Aufzuchtperiode erfolgte eine dreimalige Impfung gegen NK und IB und eine einmalige Impfung gegen AE. In der Legeperiode wurden in 12-wöchigen Abständen die Boosterimpfungen gegen NK und IB durchgeführt. Die Tiere der ersten Legeleistungs-prüfung wurden zusätzlich in der Aufzuchtperiode einmal gegen IBD geimpft. Nach den Impfungen konnten keine klinischen Symptome und Unverträglichkeitsreaktionen festgestellt werden. Zur Kontrolle des Antikörperstatus wurden in der ersten Lege-leistungsprüfung zu acht Zeitpunkten jeweils 25 Blutproben pro Rasse entnommen, in der zweiten Legeleistungsprüfung waren es pro Rasse 24 Blutproben in der 14. und 27. Lebenswoche. Der Hämagglutinationshemmungs-Test wurde zum Nachweis von Antikörpern gegen NKV und IBV gewählt. Die Antikörper gegen IBDV wurden im Virusneutralisationstest gemessen. Der ELISA wurde zur Bestimmung der Antikörper gegen AEV herangezogen. Bei der Beurteilung der relevanten Leistungsmerkmale in der Aufzucht- und Legeperiode konnten deutliche Unterschiede der geprüften Hühnerrassen zur Referenz-gruppe festgestellt werden. Neben den Lohmann Brown mit Befruchtungsergebnissen von 92,9 % in der RLP 1 und 96,1 % in der RLP 2 erzielten nur die Italiener Triesdorf (93,0 %) zufriedenstellende Werte. Die anderen geprüften Rassen hatten Befruchtungs-ergebnisse zwischen 61,4 und 86,4 %. Die Lohmann Brown erreichten die Legereife mit 154 Tagen (RLP 1) bzw. 142 Tagen (RLP 2). Bei den anderen Rassen wurde die Legereife zwischen dem 192. Tag (Mechelner) und dem 217. Tag (Italiener rebhuhn-farbig) erreicht. Die Legeleistung der Lohmann Brown betrug 297 (RLP 1) bzw. 301 (RLP 2) Eier je Durchschnittshenne. Bei den anderen Hühnerrassen lagen die Eizahlen je Durchschittshenne zwischen 142 und 187 bezogen auf eine Legeperiode von 364 Tagen. Die Eimasse der Lohmann Brown betrug in der RLP 1 69,1 g, in der RLP 2 65,5 g. Die Werte der anderen Hühner lagen zwischen 54,9 und 58,7 g. Die Rhodeländer lagen mit einer Eimasse von 54,9 g unter dem im Rassestandard angegebenen Bruteimindestmasse von 58 g. Die Aufzucht verlief bei allen Rassen ohne besondere Komplikationen (Tierverluste bis 3,6 %). Die hohen Gesamtverluste der Lohmann Brown (17,5 bzw. 18,2 %), Mechelner ( 15,4 %) und Italiener rebhuhnfarbig (14,3 %) waren vor allem durch Kannibalismus während der Legeperiode bedingt, die der Italiener goldfarbig (23,2 %) vor allem durch Leukose. Die Gesamtverluste der Australorps (13,8 %), Bielefelder (7,4 %) und Rhodeländer (15,0 %) waren hauptsächlich auf Stoffwechselstörungen (Fettlebersyndrom) zurückzuführen. Hinsichtlich der Beurteilung der Antikörpertiter zeigten die geprüften Hühnerrassen messbare Antikörpertiter mit recht ähnlichen Verläufen. Die Australorps, Bielefelder und Rhodeländer bildeten signifikant höhere Antikörpertiter (p < 0,010) gegen das NKV als die Lohmann Brown. Diese Unterschiede bestanden sowohl beim Rasse- und Zeiteffekt als auch bei der Interaktion von Rasse und Zeit. Die Titer der Barnevelder, Mechelner, Italiener goldfarbig, rebhuhnfarbig und Triesdorf waren ähnlich denen der Lohmann Brown. Das vergleichsbezogene Signifikanzniveau ergab keine signifikanten Unterschiede (p > 0,050) des Rasseeffektes zur Referenzgruppe. Die New Hampshire und Leghorn zeigten die niedrigste Antikörperproduktion. Der Paarvergleich dieser beiden Rassen zu der Referenzgruppe ergab signifikante Unterschiede (p < 0,001). Nach der IB-Vakzination reagierten die Australorps, Bielefelder, Rhodeländer und Barnevelder mit höheren Antikörpertitern als die Lohmann Brown mit signifikanten Unterschieden (p < 0,05), Ausnahme waren die Barnevelder. Die Titer der New Hampshire lagen gering unter denen der Lohmann Brown. Die Mechelner, Leghorn, Italiener goldfarbig, rebhuhnfarbig und Triesdorf hatten niedrige IB-Titer mit hohen Standardabweichungen. Nach der Vakzination gegen IBD reagierten die Lohmann Brown und die Rhodeländer mit den höchsten Antikörpertitern mit signifikanten Unterschieden des Rasseeffektes zu den Australorps, Bielefeldern und New Hampshire. Die New Hampshire wiesen mit Durchschnittstitern in der Legeperiode von log2 = 6,7 bis 8,4 die niedrigsten Titer auf. Die Impfung gegen die AE führte bei allen Rassen zu einer Bildung von hohen spezifischen Antikörpertitern. Mit Ausnahme der New Hampshire und der Italiener goldfarbig bildeten die Hühnerrassen höhere Titer als die Referenzgruppe Lohmann Brown.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Wettenberg : VVB Laufersweiler 2004
