Das akute Lungenversagen ist ein häufiges Krankheitsbild bei intensivpflichtigen Patienten. Die Ernährung dieser Patienten ist komplex, einen Teil der essenziellen Nahrungskomponenten stellen Lipide dar. Diese stellen dem Patienten nicht nur Energie zur Verfügung, sondern haben auch ein immunmodulatorisches Potenzial und somit Einfluss auf das Lungenversagen und die damit vergesellschaftete Entzündungsreaktion.Ziel dieser Arbeit war der Vergleich des Einflusses von drei Lipidemulsionen auf die Lungenmorphologie, Leukozyteninvasion, Gefäßpermeabilität (Proteinübertritt) und die Zytokinproduktion in einem Mausmodell des akuten Lungenversagens.Die Mäuse erhielten Infusionen mit LCT-, LCT/MCT- oder LCT/MCT/FO-Lipidemulsionen oder isotone Kochsalzlösung über einen intravenösen Katheter, bevor mittels LPS-Stimulation das akute Lungenversagen ausgelöst wurde.Die Mäuse, welche die Fischöl-haltige Lipidemulsion erhalten hatten, zeigten eine geringere pulmonale Leukozyteninvasion, geringere intraalveoläre Proteinkonzentrationen und Zytokinkonzentrationen sowie geringe Myeloperoxidase-Altivität im Vergleich zu den Mäusen, die LCT- oder LCT/MCT-Lipidemulsionen bekommen hatten. Des Weiteren zeigten sich histologisch eine abgemilderte Leukozyteninvasion und Ödembildung in den Tieren der LCT/MCT/FO-Gruppe im Vergleich zu den Tieren der LCT- oder LCT/MCTGruppe.Zwischen den Tieren der LCT- und denen der LCT/MCT-Gruppe waren in allen gemessenen Parametern keine signifikanten Unterschiede festzustellen.Die Fischöl-haltige Lipidemulsion in diesem Modell zeigte protektive Effekte auf das akute Lungenversagen und die Entzündungsreaktion. Somit kann geschlussfolgert werden, dass intensivpflichtige ARDS-Patienten, die auf parenterale Ernährung angewiesen sind, von Lipidemulsionen profitieren könnten, bei denen n-6-Fettsäuren teilweise durch n-3-Fettsäuren ersetzt werden.
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