Stressbewältigungstraining bei Neurodermitis : Psychophysiologische Effekte

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Neurodermitis (ND) ist eine multifaktoriell bedingte Hauterkrankung, die durch Stress getriggert werden kann. Psychologische Interventionen, die teilweise Stressbewältigungsbausteine beinhalteten, zeigten positive Effekte auf den Hautzustand, das psychische Wohlbefinden, Juckreiz und das Kratzverhalten von ND-Patienten. Physiologische Effekte eines krankheitsunspezifischen Stressbewältigungstrainings (SBTs) wurden in dieser Patientengruppe bislang noch nicht untersucht. Daher analysiert die vorliegende Studie, inwieweit sich ein krankheitsunspezifisches SBT auf endokrine und Entzündungsparameter basal (nach dem SBT ohne Akutstress) und in einer Akutstresssituation auswirkt. Zur lokalen Erfassung von Entzündungsparametern wurde das Modell der Gingivitis angewandt, welches es ermöglicht, Immunparameter messwiederholt an entzündeter Stelle, nämlich im Sulkusfluid (SF) zu erheben. 25 ND-Patienten (davon 17 Frauen) wurden randomisiert einer Experimental- (EG) oder Wartekontrollgruppe (KG) zugeteilt. Die EG nahm an einem 15stündigen kognitiv behavioralen SBT teil, das Progressive Muskelrelaxation, ein Problemlöse- und Kognitionstraining und das Erlernen einer Notfallstrategie zum Umgang mit Akutstress umfasste. Hauptzielparameter bezüglich der basalen SBT-Effekte nach dem SBT waren das Stresserleben, die endokrine Stressreaktion, der Schweregrad der ND und die hautspezifische Krankheitsbewältigung. Nebenzielparameter zu den basalen SBT-Effekten waren Stressbewältigungsstrategien, lokal erfasste IL-1ß- und IL-8-Konzentrationen, die systemisch erfasste BDNF-Konzentration sowie allgemeines Wohlbefinden und krankheitsbezogene Lebensqualität. Akutstress wurde mittels eines Public Speaking Paradigmas induziert. Unter Akutstresss wurden die endokrine Stressreaktion und momentane Befindlichkeit als Hauptzielparameter herangezogen und als Nebenzielparameter IL-1ß-, IL-8- und BDNF-Konzentrationen im SF. Es zeigte sich, dass das SBT sowohl basal als auch unter Akutstress Wirkungen hatte: Die EG gab nach Teilnahme am SBT an, weniger allgemein belastet zu sein und weniger körperliche Beschwerden aufzuweisen als die KG. Die EG wies eine geringere Intensität der ND-Symptome und eine tendenziell geringere von ND betroffene Fläche auf als die KG, welches zu einem tendenziell geringeren Schweregrad in der EG im Vergleich zur KG führte. Zudem gab die EG an, weniger juckreizbezogene Kognitionen zu haben als die KG. Unter Akutstress wies die EG im Vergleich zur KG weniger saliväres Cortisol auf und blieb ruhiger (Skala zur momentanen Befindlichkeit). Auf lokal gemessene IL-1ß-, IL-8- und BDNF-Konzentrationen konnten hingegen keine Effekte nachgewiesen werden, weder basal noch unter Akutstress. Zusammenfassend gelang es mit dieser Studie erstmals, bei ND-Patienten psychoendokrine Effekte eines krankheitsunspezifischen Stressbewältigungstrainings basal und unter Akutstress zu zeigen. Einzelne SBT-Effekte lassen sich möglicherweise auf die Wirksamkeit verschiedener Bausteine des SBTs zurückführen. In zukünftigen Studien sollten die SBT-Effekte in größeren Stichproben repliziert werden. Größere Stichproben würden es ermöglichen, SBT-Effekte in Subgruppen von ND-Patienten zu untersuchen, die unterschiedlich auf Stress reagieren (z.B. Männer vs. Frauen, intrinsische vs. extrinsische ND). In späteren Follow-Up-Untersuchungen könnten zudem eventuell erst später auftretende neuroimmunologische Veränderungen aufgedeckt werden.

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