Entwicklung einer Software zur standardisierten Testung künstlicher Bewegungsmethoden in Virtual Reality und Analyse ihrer Verträglichkeit in verschiedenen Nutzergruppen
Loading...
Date
Authors
Advisors/Reviewers
Further Contributors
Contributing Institutions
Publisher
Journal Title
Journal ISSN
Volume Title
Publisher
License
Quotable link
DOI:
https://doi.org/10.22029/jlupub-21353Abstract
In den letzten Jahren hat die Verbreitung von Virtual-Reality-basierten (VR-basierten) Anwendungen auch im medizinischen Kontext deutlich zugenommen.Es konnte sowohl gezeigt werden, dass Patienten erheblich von VR-basierten Behandlungen profitieren können, als auch, dass entsprechende Anwendungen Behandelnde in zahlreichen Situationen unterstützen können.
Das Unwohlsein der Nutzer stellt jedoch weiterhin ein Problem in VR dar. Dieses äußert sich häufig in einem Symptomkomplex, der als Simulatorkrankheit (SK) klassifiziert wird.
An der Entstehung von SK scheint eine Vielzahl von Faktoren beteiligt zu sein, wobei künstliche Bewegungsmethoden zu den größten Einflussgrößen zu zählen scheinen.
Aufgrund der zahlreichen weiteren beteiligten Faktoren erweist es sich jedoch als schwierig, den Effekt der Bewegungsmethoden auf das Auftreten von SK isoliert zu betrachten.
Als einer der größten Störfaktoren wirkt dabei offenbar die Art der dargebotenen Inhalte. Insbesondere klassische Spielinhalte, die häufig eingesetzt werden, sind in dieser Hinsicht problematisch.
Um diese Verzerrung zu reduzieren, wurde eine Testsoftware entwickelt, die mehrere Bewegungsmöglichkeiten in einer neutralen VR-Umgebung umsetzt und dabei die Möglichkeit bietet, künstliche Bewegungsmethoden mit natürlichem Laufen zu vergleichen.
Es wurden Versuche mit 111 Probanden durchgeführt, um zu prüfen, ob die Software durch die dargestellten Inhalte SK auslöst und ob ein Einfluss der Bewegungsmethoden (sowie weiterer Einflussfaktoren) nachgewiesen werden kann.
Unter den getesteten Bewegungsmethoden zeigte sich Teleportation als deutlich verträglicher als auf fließenden Bewegungen basierende Methoden und zeigte dabei eine Verträglichkeit, die mit der des natürlichen Laufens vergleichbar war.
Im Rahmen der Untersuchung zeigte sich die Software als gut verträglich und schien keine Symptome durch die dargestellte Umgebung auszulösen.
Sie kann somit als Evaluationsgrundlage für die Verträglichkeit von künstlichen Bewegungsmethoden bei minimaler inhaltsbedingter Verzerrung dienen. Weiterhin könnte die Software genutzt werden, um VR-Anwendungen zu entwickeln, die SK mit geringerer Wahrscheinlichkeit auslösen, sowie VR-Systeme hinsichtlich ihrer Neigung, SK hervorzurufen, zu bewerten.
